Im Jargon der Fliegenbinder bezeichnet der Begriff Nymphe ein riesiges Sortiment an Fliegen, angefangen bei stark beschwerten Ködern auf langschenkligen Haken, die fast am Boden gefischt werden, bis hin zu winzigen Exemplaren, die stromabwärts wie tot auf dem Wasser treiben. Einige sogenannte Nymphen für stehende Gewässer sind nicht mehr als normale Kunstköder, während andere Nachschöpfungen eines Wasserinsekts sind.
Nymphen könne jedes Entwicklungsstadium eines wirbellosen Tiers unter Wasser imitieren, z. B. Larven, Nymphen, Puppen, Krustentiere, Ruderwanzen und sogar Wasserflöhe. Sie sind am fängisten, wenn man sehr langsam mit ihnen fischt. Doch ein schwimmendes Insekt stellt nur einen kleinen Bruchteil der Forellennahrung dar, den größeren Anteil findet die Forelle unter Wasser.
Gewichte Nymphen können je nach Wassertiefe beschwert sein oder nicht. Eine Möglichkeit, sie zu beschweren, ist, Bleidraht um den Hakenschenkel zu wickeln, bevor die Fliege gebunden wird. Oder der Bleidraht wird seitlich am Hakenschenkel angebracht, ideal für Muster mit flachen Körpern, wie etwa den Steinfliegennymphen. Eine weitere Möglichkeit ist, Alufolie zu benutzen, wie man etwa die schwere Folie vom Hals einer guten Schampusflasche. Sie ist sehr gut geeignet für Pirschexemplare, da hier die Fliege schnell sinken muss. Einige Pirschexemplare bestehen hauptsächlich aus Bleidraht, der um einen Haken gewickelt wurde. Andere Nymphen wie der Rote Haken bestehen lediglich aus einem dick mit Draht umwickelten, rot angemalten Haken. Für kleine Fliegen zum Flussfischen benutzt man Kupferdraht als Gewischt, wenn mit der Nymphe knapp unter der Wasseroberfläche gefischt werden soll, besonders bei ganz winzigen Exemplaren wie der Eintagsfliege.
Goldperlen Ein neuer Trend beim Fliegenfischen ist die Verwendung von Goldperlen. Sie dienen nicht nur als Gewischt, ihre glänzende Oberfläche reflektiert auch Licht. Da, wo sie eingesetzt werden dürfen, haben die sich als sehr fängige Köder für Forellen und Äschen in Flüssen bewährt, häufig ersetzen sie hier die herkömmlichen Fliegen. Ebenso lassen sich Silberperlen in die Fliegen einbinden oder Röhrchen. Die Tungsten-Röhrchen, die wie die Tungsten-Perlen aus Amerika kommen, werden vor dem Binden von winzigen Nymphen auf den Haken gezogen.
Berühmte Nymphen
Walker`s Mayfly Haken: 8/12 Longshank Bindeseide: Braun Schwanz: Brauner Fasan, Schwanzfeder Körper: Hellgelbe Angorawolle, darunter Bleifolie Rippung: Fasern von Fasanenschwanzfedern Brustkorb: Fasern von Fasanenschwanzfedern Flügelkasten: Fasern von Fasanenschwanzfedern Beine: Schwanzfedern vom männlichen Fasan
Klassisches Muster für Flüsse und Seen, erfunden von dem englischen Angler Richar Walker. Gut geeignet als Pirschköder, selbst wenn keine Eintagsfliegen schlüpfen.
Ein sehr fängiges Muster für Stauseen, von Anglern aus Wales für die Firma Chew & Blagdon entwickelt.
Fasanenschwanz-Nymphe (Pheasant-Tail-Nymphe) Haken: 10/14 Longshank Bindeseide: Braun Schwanz: Fasern von Fasanenschwanzfedern Unterwicklung: Kupferdraht Körper: Fasern von Fasanenschwanzfedern Rippung: Kupferdraht Brustkorb: Orangefarbendes Robbenfell Flügelkasten: Fasern von Fasanenschwanzfedern Hechel: Natürlicher roter Kampfhahn
Sehr fängig an Flüssen und Seen. Imitiert Nymphen und sogar kleine Fische.
Killer Bug Haken: 10/16 Körper: Unterwicklung mit Bleidraht, darüber drei Schichten beigefarbene Stopfwolle. Feinen Kupferdraht zwischen den Materialen mit einwickeln.
Erfunden von der Flussfischer-Legende Frank Sawyer. Sehr fäniges Muster für das Flussfischen.
Holographic Buzzer Haken: 10/12 Starkdrahtiger Haken Bindeseide: Schwarz Körper: Holografische Flitter Rippung: Schwarze Bindeseide, mit klarem Kunststoff oder Lack überzogen Brustkorb: Verhornte Grannen von Graugänsefedern Flügelkasten: Orangefarben Atmungsfasern: Weißer Entenbürzel
Buzzer-Muster werden stets weiterentwickelt. Die neusten sind die schnell sinkenden schlanken Nymphen, die mit Kunststoff oder Lack hergestellt werden.
Quelle: Das große Buch vom Angeln – Für Anfänger und Profis