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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 320 mal aufgerufen
 Fragen zu Gewässern
Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

14.07.2009 21:10
Algenplage antworten

Hallo zusammen !!!

Bin seit heute neues Mitglied in diesem Angelforum und habe da mal sofort ne Frage.

Ich wohne an der schönen Mosel und fische sehr gerne in diesem Fluß.
Meiner Meinung nach sowieso ein sehr unterschätzter Fluß in Sachen Angeln.
Aber jetzt zu meiner Frage.
Bei mir in der Nähe ist ein sehr schöner Teilabschnitt der Mosel in dem es einen Zulauf zu einem Stillgewässer gibt.
Als ich dieses Gewässer zum ersten Mal befischte, war ich vllt. 15 oder 16 Jahre alt. Gefangen habe ich jedesmal sehr gut.
Zu dieser Zeit " das war mitte ende der 90er " wuchsen in diesem sehr schönen und absolut ruhigem Teilabschnitt Seerosenfelder heran.
Und das Jahr für Jahr. Zu Anfang der Jahrtausendwende musste ich leider eine Zwangspause einlegen und konnte dem schönen Hobby aus Zeitgründen
nicht mehr nachgehen.
Doch als ich dann vor 2 Jahren wieder anfing ging ich mal wieder an meine alt bekannte Stelle.
Jedoch war das Bild nun ein ganz anderes.
Anstatt schöne Seerosenfelder wachsen dort nun nur noch Algen aus dem Wasser. Regelrechte Algenteppiche schwimmen an der Oberfläche, die dadurch ein Beangeln dieses Gewääsers nun unmöglich machen.
Der Algenbewuchs fängt jedoch erst so ab April/Mai an wenn es anfängt warm zu werden. Jedoch war das wie ich beschrieben habe früher nie der Fall.
Man hatte hier und da ein paar schöne Seerosenfelder im Stillwaser. Karpfen, Schleien, Karauschen und Aale satt. Man fing wie bekloppt.
Doch durch die Algenplage die jetzt dort Einzug gehalten hat und das schon seit bestimmt 5 Jahren kann man das Gewässer jetzt nicht mehr befischen.
Woran liegt es das anstatt Seerosenfelder jetzt nur noch Algen dort wachsen ????
Wie gesagt, ein Zulauf der Mosel zu diesem Stilgewässer ist vorhanden.
Ich hoffe mir kann jemand eine Antwort darauf geben.

Gruß Killi


Thomsen Offline

Profi Petri Jünger
Beiträge: 81


15.07.2009 14:24
#2 RE: Algenplage antworten

Hallo Killi,

da ich Biologe bin, hat mich Günni gebeten, Dir eine Antwort auf Deine Frage zu geben.

Aus der Ferne lässt sich eines sofort sagen: der Nährstoffzustand (der sog. Trophiegrad) des Gewässers hat sich in den Jahren geändert ... es ist nun mindestens eutroph.
Nährstoffe, die ein explosionsartiges Wachstum von Grün- oder Blaualgen begünstigen, sind meist Nitrate und vor allem Phosphate. Höhere Wasserpflanzen werden einfach durch die Algen verdrängt und sterben im Laufe der Zeit ab.

Ohne weitere Hintergrundinformationen lässt sich aber nicht beantworten, wie die Nährstoffe in das Gewässer hineingekommen sind. Gibt es landwirtschaftliche Nutzflächen um das Gewässer?
Wie sieht die Nährstoffsituation der speisenden Mosel aus?

Gibt es jemanden, der sich mal um die Erhebung von Wasserwerten gekümmert hat? Wie tief ist das Gewässer, wird es von einem Verein bewirtschaftet?

Ich hoffe, Du kannst noch ein paar weitere Informationen geben ... auch ein paar Bilder könnten nicht schaden.


Gruß, Thomas

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Gruß, Thomas
- Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -

Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

15.07.2009 16:25
#3 RE: Algenplage antworten

Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Antwort.
Also bewirtschaftet von einem Angelverein wird dieser Abschnitt auf keinen Fall. Es handelt sich ja um einen sagen wir es mal so kleinen Seitenarm der Mosel mit Frischwasserzulauf.
Desweiteren gibt es 50 m Luftlinie davon entfernt genügend Weinberge die selbstverständlich mit Hubschraubern bespritzt werden.
Das war aber früher auch schon so. Einige Bauern oder Landwirtschtschaft gibt es auch in der Gegend, jedoch nicht in direkter unmittelbarer Nähe.
Die Tiefe des Gewässeres schätze ich so um 1,50 bis 2,00 Meter stellenweise.
Im Prinzip ist ja alles so wie früher, ringsherum.
Vllt. tut das Wetter ja auch sein übriges, wobei es eigentlich so wie vor Jahren auch ist.
Was meinst du mit "Wie sieht die Nährstoffsituation der speisenden Mosel aus? ???

Fotos werde ich die nächsten Tage mal machen.
Mit der bitte um weitere Antwort.

P.S wirklich schade um diesen schönen Gewässerabschnitt

Danke

Gruss Daniel

Thomsen Offline

Profi Petri Jünger
Beiträge: 81


16.07.2009 11:15
#4 RE: Algenplage antworten

Hallo Daniel,

Was meinst du mit "Wie sieht die Nährstoffsituation der speisenden Mosel aus? ???
Wasser welcher Güte speist die Mosel in den Seitenarm? Nährstoffreiches, nährstoffarmes?

Es wäre auch interessant zu wissen, wie hoch der Austausch zwischen Mosel und dem Seitenarm ist ... ist es wirklich ein Seitenarm oder ein blind endender Altarm?


Gruß, Thomas

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Gruß, Thomas
- Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -

Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

16.07.2009 12:14
#5 RE: Algenplage antworten

Hi Thomas !!!

Danke auch für Deine Antwort.
Also wenn ich es mal richtig betrachte ist es ein Altarm.
Die Öffnung des Altarms worin das Wasser der Mosel hineinfließen kann ist ungefähr 3m breit und 1,50 tief, in etwa. Es ist auch der einzige Zulauf zu diesem Altarm. Nur wenn Hochwasser herrscht, kann das Wasser der Mosel zusätzlich über die Trennmauer fließen. Das heißt, das die Mosel und der Altarm von einer Steinmauer getrennt sind. Ich denke auch, das diese Mauer irgendwann mal künstlich angelegt worden ist.Der Altarm teilt sich dann nach rechts und links weg und wird je mehr man nach links oder rechts geht immer flacher. Jedoch sind die tiefsten Stellen so um die 1,50 bis 2 m wie ich es ja schon erwähnt hatte. Der Altarm ist auch so eine Art Naturschutzgebiet zu einer bestimmten Zeit. In dieser Zeit darf man dann auch dort nicht fischen. Erst ab Mitte Mai ist das dann erlaubt. Und dann bis März glaube ich.
Um zum Nährstoff zu kommen. Ich denke das die Mosel schon ein sehr nährstoffreicher Fluss ist. Aber was ich mir halt nicht erklären kann ist : Es ist alles wie es früher auch war, nur das anstatt eines Angelparadies mit Seerosenfeldern jetzt nur noch Algen drin schwimmen ( Algenteppiche ). Seerosen sind wirklich nur noch sehr sehr vereinzelnt zu finden. Ich frage mich halt nach dem Grund. Vor allen Dingen, was kann man überhaupt dagegen machen. Vllt. einer Behörde bescheid sagen, die der Sache auf den Grund geht ???

Freue mich auf Antwort. P.S. Bilder folgen noch.

Gruß Daniel ( Killi2312 )

Thomsen Offline

Profi Petri Jünger
Beiträge: 81


16.07.2009 13:37
#6 RE: Algenplage antworten

Hallo Daniel,

wenn es in dem Altarm eine starke Algenblüte gibt, kann das Informieren der Behörden überhaupt nicht schaden, mach das ruhig.
Ich würde es mal beim Umwelt- oder Wasserschutzamt versuchen und mich dann ggf. bis zur richtigen Stelle durchfragen.

Vielleicht erhältst Du im Gegenzug gleich einige Informationen, was mit dem Altarm geschehen ist, kann ja sein, dass die zuständigen Behörden bereits im Bilde sind.


Gruß, Thomas

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Gruß, Thomas
- Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -

Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

16.07.2009 15:02
#7 RE: Algenplage antworten

Gude Thomas !!

Wenn ich jetzt die nächsten Tage mal die Bilder einstelle, kannst du dann zwecks der Bilder erkennen, um was für Algen es sich handelt.
Vor allem, wie kann man denn dieser Plage überhaupt nochmal Herr der Lage werden ???
Gibt es da Lösungen worüber du als Biologe informiert bist.
Irgendwas muss es doch geben um die Algen dauerhaft vertreiben zu können.
Aber den Anruf werde ich mal tätigen.

Freue mich weiterhin über jede Info.

Gruss Daniel

Thomsen Offline

Profi Petri Jünger
Beiträge: 81


17.07.2009 09:48
#8 RE: Algenplage antworten

Hallo Daniel,

Gattungen oder Arten lassen sich anhand einiger Bilder sicher nicht abschätzen, es geht eher um die Großgruppen (Klassen, sollte ich als Biologe besser sagen ... Blau- oder Grünalgen beispielsweise). Für eine genauere Bestimmung müsste man sie unter einem Binokular betrachten.

Es geht aber auch darum, die Situation des Gewässers für alle erstmal anschaulich zu machen.

Auf Dauer lässt sich das Algenwachstum nur einschränken, wenn sich die Nährstoffzufuhr drosseln lässt ... dafür muss man aber erstmal wissen, woher der Nährstoffeintrag stammt.

Bei Algen gibt es die verschiedensten Organisationsformen (man spricht bei mehrzelligen Algen von einem Thallus, dem Vegetationskörper) ... große mehrzellige Formen lassen sich wie höhere Wasserpflanzen abrechen ... was aber tun bei Einzellern, die nicht mal Kolonien bilden? Planktonnetze? ... na denn viel Spaß.


Gruß, Thomas

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Gruß, Thomas
- Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -

Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

17.07.2009 11:25
#9 RE: Algenplage antworten

Hi Thomas !!!

Habe gestern mit der Wasserschutzpolizei telefoniert und Ihnen das Problem erläutert.
Die haben das ja auch schon registriert. Vor allem weil 2 Häfen an der Mosel, einer Moselabwärts und einer Moselaufwärts
auch von den Algen betroffen sind. Die Häfen liegen selbstverständlich auch im Stillwasser.
Als ich mit Ihm telefonierte sagte er aber auch, das er froh sei das endlich mal einer auf dieses Problem aufmerksam macht.
Er versprach mir, das er wegen diesem Problem extra für mich mal eine höhere Stelle informiert und nachfragt was das Problem sei.
Vllt. sagte er, hat man ja auch schon Wasserproben genommen. Er hat sich meine handynummer und meinen Namen notiert und ruft mich zurück sobald er was weiß. Ich hoffe es zumindest. Ich lasse da auf jeden keine Ruhe. Ich will unbedingt wissen woran es liegt.
Und wenn ich die Ursache weiß, dann unternehme ich den nächsten Schritt. Irgendjemand weiß dann bestimmt rat.
So kann es auf jedenfall nicht bleiben.
Jetzt mal ne andere Frage.
Kann ich Seerosen an einer ruhigen Uferzone der Mosel anpflanzen oder ist das unmöglich ???

Gruss Daniel

Thomsen Offline

Profi Petri Jünger
Beiträge: 81


17.07.2009 18:19
#10 RE: Algenplage antworten

Hallo Daniel,

prima ... das hört sich doch schonmal grundsolide an.

Wie vermutet wissen de Behörden bereits Bescheid ... warten wir also erstmal auf deren Rückauskunft.

Wenn Untersuchungen bisher nicht durchgeführt wurden, dürfte die Chance nun wesentlich höher sein, dass im Anschluss welche durchgeführt werden.

Bleib' am Ball, Daniel ...


Gruß, Thomas

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Gruß, Thomas
- Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -

Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

18.07.2009 11:21
#11 RE: Algenplage antworten

Hi Thomas !!!

Und wie sieht es mit den See oder Teichrosen aus ??

Kann ich die an einer ruhigen Uferzone der Mosel anpflanzen oder ist das unmöglich.
Wenn ja, wie bewerkstellige ich das .

Gruss Daniel

Juup Offline

Angelgott
Beiträge: 577

18.07.2009 16:03
#12 RE: Algenplage antworten

Hallo Daniel. Die Frage wäre ob du es überhaupt darfst.Was ich stark bezweifle.
Dabei denke ich noch nicht einmal an Gewässerverschleppung etc.Sondern an den Rechtlichen Hintergrund wenn dir einer dabei drauf kommt!


Gruß Juup

Günni Offline

Administrator
Beiträge: 997


18.07.2009 17:17
#13 RE: Algenplage antworten

Das sehe ich genau so. Es gibt zu diesem Thema folgende amtliche Prüfungsfrage:

35. Sind die Teich- und Seerosen besonders geschützt?
A- Es gibt keine besonderen Vorschriften, die ihren Schutz regeln
B- Ja, denn sie stehen unter Naturschutz, weil sie selten geworden und sogar vom Aussterben bedroht sind
C- Nein, denn sie sind aus der Sicht der Fischerei wenig nützlich

Gut, jetzt wirst Du sagen:"Wieso? ich will sie ja pflanzen und nicht entfernen!" Ist schon richtig, aber es bleibt dennoch ein Eingriff in ein bestehendes Öko-System. Wenn jetzt irgend welche toten Fische gefunden werden in der Nähe von deinen neu eingesetzten Pflanzen, kannst Du ganz schön Ärger bekommen, weil es erst einmal heist: "Das kommt von den neuen Pflanzen, dort war bestimmt eine Krankheit dran!"
Und somit hast Du den Schwarzen Peter gezogen. Sollte es sich in diesem Abschnitt auch noch um Vereinsgewässer handeln kann es richtig Ärger geben da diese Aufgaben mit zu der Tätigkeit des Gewässerwart gehört.

Fazit: Dein Aragemont in allen Ehren, auch wenn es von Dir gut gemeint ist, laß die Finger davon weg.

Mein Verein:

Killi2312 Offline

Petri Jünger
Beiträge: 11

20.07.2009 12:30
#14 RE: Algenplage antworten

Hallo zusammen !!!

Ich denke eher, das ich gegen diese Algenplage in diesem besgatem Altarm eher nichts ausrichten kann.
Selbst wenn mir die Behörden sagen würden woran es liegt.
Schade eigentlich.
Vllt. erholt es sich in den nächsten Jahren ja wieder von selbst. Ist selbst gekommen also muss es auch selbst wieder gehen.

Gruss Daniel

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