Neulich beim Händler meines Vertrauen: Wie so oft stand ich wieder vor der Wand mit den Kunstködern und staunte nicht schlecht was wieder für neue Modelle von den Herstellern auf den Markt gebracht wurden. Da gab es Wobbler, Spinner, Gu-Fi´s, Shad´s und was nicht noch alles. Jeder Laie würde sich denken soviel Auswahl braucht man doch im Leben nicht, der Profi hingegen macht sich eher Gedanken wie er diese Kunstköder alle auf einmal ans Wasser bekommt. Auch denkt sich der Laie "Was für ein bekloppter Fisch kommt auf die Idee in einen "Schlüpfer-rosanen" Gummiköder zu beißen", bzw. "Welcher bekloppte Angler kauft auch noch so ein Teil?" Antwort: Der Angler der sich ein wenig mit der Biologie der Fische auseinandergestzt hat.
Im Gegensatz zu uns Menschen haben Fische 4 Sehzellen. Menschen können nur Rot, Blau und Gelb erkennen. Daraus mischen sich alle anderen Farben zusammen. Wer also schon einmal ganz dicht an einen alten Fernseher gegangen ist, konnte sehen das dort diese 3 Farben angezeigt werden aus welchen sich je nach Intensität das Bild aufbaut. Fische hingegen haben noch eine 4 Sehzelle, nämlich diese für das Ultraviolette (kurz UV) Licht. Somit sind Sie in der Lage Farben ganz anders wahrzunehmen als wir Menschen. Somit erklärt sich auch warum für Fische manche Köder noch von der Farbe her Interessant sind, wo wir schon anfangen mit dem Kopf zu schütteln.
Auch können Fische noch Farben erkennen wenn wir schon anfangen zu passen, dann nämlich wenn es dunkel wird. Hier verändern sich die Farben bei uns in Grautöne, bei Fischen hingegen sind dies noch erkennbar. Der Grund hierfür ist die sogenannte "Tapetum lucidum" eine im Auge vorhandene Haut welche wie ein Restlichtverstärker funktioniert. Sehr gut erkennbar ist dies bei Fischen die recht Nachtaktiv sind wie zum Beispiel der Zander.
Als kleine Fausregel kann zum Beispiel gesagt werden: je heller das Wetter so heller auch der Köder. Bei trüben Gewässern sollte man vorwiegend zu Schockfarben greifen. Nachts hingegen angelt man mit schwarzen Ködern, da diese sich gegen die noch recht helle Oberfläche besser abzeichnen.
Übersicht der verschiedenen Farben:
Farben für trübes Gewässer: Limetreuse, Green Pepper, Bleeding Chartreuse, Firetiger, Keylime, Chartreuse Silver, Space Guppy, Electric Chicken, Chartreuse Diamond, Dorado, Lemon.
Helle Farben: Salt & Pepper Silver, Opening Night, Albino Shad, Mother of Pearl, Crystal Shad, Glass Shad, Clear Hologram, Blue Shad, Ice, Bone, Mullett, Mudd - Minnow.
Also probiert ruhig einmal, wenn nichts beißen sollte, mit den Farben Eurer Köder herum. Auch wenn Euch die gewählte Farbe nicht gefällt, der Fisch denkt darüber evtl anders und es kann Euch den einen oder anderen überraschenden Fang bereiten.
Schöne Übersicht, Günni, vor allem die biologischen Ausführungen haben mir gefallen.
Aber, zur Grundregel: Als kleine Fausregel kann zum Beispiel gesagt werden: je heller das Wetter so heller auch der Köder. Bei trüben Gewässern sollte man vorwiegend zu Schockfarben greifen. Nachts hingegen angelt man mit schwarzen Ködern, da diese sich gegen die noch recht helle Oberfläche besser abzeichnen.
Die würde ich ein wenig anders formulieren: - je heller das Wetter und klarer das Wasser, desto natürlicher die Farben - je bedeckter das Wetter und trüber das Wasser, desto eher ist der Einsatz von unnatürlichen Schockfarben angebracht
Diese Grundregel kann aber jederzeit gebrochen werden ... wüsste sonst nicht, warum sich auf einem Dir ebf. bekannten, guten Hechtgewässer in Brandenburg gerade im Klarwasserstadium des Frühlings Hechte bevorzugt schlüpferfarbene GuFis einhelfen. Manchmal fängt man nur, wenn man die Grundregeln absichtlich bricht ... wobei natürlich die Frage ist, in welche Farbe die Hechte das Rosa ggf. visuell 'übersetzen'. Sehen sie vielleicht Grau?
Und noch etwas zur Diskussion: Helles Wetter, helle Farben ... für Fische, die einen Köder von unten attackieren, sollte sich ein dunkler Bauch gegen den Himmel optisch auch besser in der Wassersäule abheben, oder? Für solche Verhältnisse sollte ein 'umgedrehter Weißfisch' einen Versuch wert sein ... heller Rücken, dunkler Bauch.
Oder? Was meint ihr dazu?
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Gruß, Thomas - Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -
leider muss ich Dir hier wiedersprechen. Will da auch meinen gestrigen Bericht bei den Forellen mit aufgreifen. Habenbei relativ klarem Wasser im Sommer mit Gelb und orange im Angelpark geangelt. Mein Vorteil ist das ich meinen Junior meist dabei habe! Der eine zieht die Fische der andere nicht, also Filius hin und gefragt was er nutzt. Braun, mit einem punkt gelb in der mitte. Wir hatten die -D-WM Kollektion und gelb, WM Kollektion verrieben und den Punkt in gelb eingebaut. Null Junior wollte fangen, Teig in der Farbe nicht zu bekommen (wer kauft braunen Teig), Filius, allen Mut zusammen gepackt und wieder rüber. Gefragt: Antwort nimm mit: "ich packe jetzt ein hab genug" ( Schleppen 42 Stk. 3 Std.) Keiner der 15 Mitangler hatte eine Chance. Wir den braunen Teig drauf den Punkt eingebaut, was soll ich sagen, nach dem Verdacht auf eine Schneidernummer konnten wir noch 15 Forellen verhaften. Die anderen Kollegen, haben mit max. mit 2 Stk oder Schneider den Heimweg angetreten.
sei nicht sauer, aber: Fänge in/aus Forellenanlagen sollte man nicht mit Fängen aus natürlichen Gewässern vergleichen. Vielleicht hat Dein Filius mit seinem Köder schlicht eine für die Forellen optisch bekannte Vorfüttervariante gefunden. Daher die Annahme ...
Ich persönlich angel nur in natürlichen Gewässern ... einen Fopu habe ich als Jungangler nur ein einziges Mal in Finnland Anspruch genommen, um meiner Familie ein paar fangfrische Lachsforellen auf den Tisch zu werfen. Nach 5 Minuten war der Spaß denn auch schon vorbei, weil alle benötigten Fische gefangen waren ...
Sorry, das ist für mich kein Angeln ...
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Gruß, Thomas - Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -
sicherlich ist dieses Angeln nicht mit dem angeln an einem gr. Gewässer zu vergleichen. Es gibt aber auch User die bevorzugt an FoPu`s angeln können/müssen da diese Standortnähe besitzen. In den mir bekannten öffent. Gewässern braucht man nicht mit Teig zu angeln. Wenn nur mit Fliege. Wenn ich Forelle möchte bleibt mir nur der FoPu. Ist leider so. Der einzige kl. Fluß in dem Forelle besetzt wird, 500 kg / Jahr, sitzt der Vogel des Jahres in einem Schwarm von 20- 30 Stk. um die Ecke. Was da übrig bleibt kannste Dir vorstellen und die Karte bekommt man gegen einen Aufpreis zum Vereinsbeitrag von 120 €
es ging nur um den Farbreiz für den Biss in verschiedenen Gewässern ... natürlichen und künstlichen mit überhöht vorgehaltenem Fischbestand (bspw. FoPu).
Da hatte ich nur eingewandt, dass diese beiden Gewässertypen zur Farb-Auswertung nur schwer miteinander vergleichbar seien.
Kein Mensch hat Dir eine Rechtfertigung abverlangt, warum auch Du manchmal eine Forellenanlage aufsuchst ... und deshalb bist Du mit Sicherheit auch kein schlechter Mensch
Macht Günni ja auch ab und zu mal ... dessen größter Fehler ist ja bekanntlich, Anhänger der 96er zu sein.
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Gruß, Thomas - Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -
Soso, Thomas, mein Fehler ist Anhänger von 96 zu sein. Naja, wer sich mit der Hertha abgibt....... (für keine Fussballfans -> siehe Tabelle 1 Bundesliga, oder demnächst 2 Bundesliga )
Aber zurück zum Thema: Was das Angel an einer Forellenanlage betrifft, finde ich das es schon etwas mit Angeln zu tun hat. Auch wenn dort ein immenser Besatz getätigt wird, wird einem dort der Fisch auch nicht direkt an den Haken gehängt. Ich für meinen Teil bin auf Grund dessen schon des öfteren Fischlos nach Hause gefahren. Gut, es kommt natürlich auch darauf an, um was es sich für eine Anlage handelt. Fischt man jetzt an einer 25 qm Betonbadewanne ist der Fangerfolg eher gegeben als an einem großen Natursee welcher zur Anlage umfunktioniert wurde.
Was die Sache mit der Farbe betrifft soll es jetzt nicht heissen, dass es nur so funktioniert und nicht anders. Natürlich gibt es immer mal wieder Ausnahmen. Auch reagieren manche Fische eher mit einem Beißreflex auf den Köder, welcher durch Druckwelle ausgelöst wurde. Dies erklärt auch, warum ein Fisch anbeißt, obwohl er einen prall gefüllten Magen hat.
Thomas das Angeln am FoPu kein Angeln ist muss ich dir wiedersprechen. Da der FoPu ein sehr stark beangeltes Gewässer ist, finde ich es teilweise sehr schwierig an so einem Gewässer zum Erfolg zu kommen. Ich habe es schon erlebt, das man am FoPu den exat gleichen Köder wie der Nachbar hatte und trotzdem nix fängt. Die Montage war übrigens auch die exakt gleiche. Ich denke das die Köderführung entscheidener ist als die Farbe.
MfG Sven
Jeder Tag ist ein Angeltag, aber nicht jeder Tag ist ein Fangtag. Die Raute auf dem Herzen
kurze Richtigstellung: ich hatte nicht geschrieben, dass Angeln am FoPu kein Angeln ist, sondern für mich kein Angeln ist.
Ich bin halt Freund von größeren Gewässern mit möglichst intakter Natur rundherum. Ich kann mir persönlich schlecht vorstellen, an einem überfüllten FoPu Ruhe und Entspannung zu finden.
Welche Köder kennen die Fische in einem FoPu noch nicht? Der Befischungsdruck (damit auch die Reizüberflutung) ist enorm hoch, hoch ist er häufig sogar schon an natürlichen Gewässern.
Also, wer Spaß am Angeln an einem FoPu hat: nur zu, für mich wäre das aber nichts.
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Gruß, Thomas - Fischereiaufsicht Land Berlin, Diplom-Biologe -
Am FoPu trifft man glaube ich nur auf zwei Arten von Anglern: Diejenigen ohne Schein, die andern sind die, die versuchen die Raüchertonne vollzubekommen. Vielleicht gibt es auch vereinzelt Angler die dort Ruhe und Erholung finden. Falls es solche wirklich gibt: Respekt sich an so nem Platz erholen und entspannen zu können.
MfG Sven
Jeder Tag ist ein Angeltag, aber nicht jeder Tag ist ein Fangtag. Die Raute auf dem Herzen