Größe: 60 – 80 cm, max. 100 cm, Larven bis 20 cm Gewicht: 1,5 – 2, vereinzelt 2,5 kg Fruchtbarkeit: 200000 – 240000 Eier Verbreitung: nördlicher Atlantik mit europäischen und amerikanischen Küstengewässern. In Europa im Norden bis zum Weißen Meer, im Süden bis zur Adria.
Im Unterschied zu den Arten der Gattung Lampetra besitzt das Meerneunauge im Saugmaul eine kurze Oberplatte mit zwei eng aneinander liegenden Hornzähnen. Im Maul sind zahlreiche starke, strahlenförmig angebrachte Zähne zu erkennen. Die Hautfärbung wechselt, auf dem Rücken sind die Tiere meist gelbbraun bis grünbraun gefärbt und haben dunklere und hellere Flecken. Dagegen ist die Bauchseite des Körpers gewöhnlich hell gefärbt.
Das Meerneunauge bewohnt die küstennahen Abschnitte des Meeres, nur selten gelangt die Art in Tiefen unter 500m. Mann kann sie auch im Brackwasser der Flussmündungen antreffen, wohin sie ihre Laichwanderungen unternimmt. Hier graben die Weibchen in der Strömung bis zu 2m breite Laichgruben, in die sie ihre Eier ablegen. Bei der Anlage dieser Gruben vermögen die Weibchen selbst kiloschwere Steinbrocken beiseite zu wälzen. Meerneunaugen laichen mehrmals im Leben jeweils im Frühjahr. In dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung zu sich und halten sich in kleinen Schwärmen auf. Die Dauer des Larvenstadiums, das die Jungtiere im Süßwasser verbringen ist nicht bekannt. Nach erfolgter Umwandlung wandern die jungen Neunaugen ins Meer, in dem die erwachsenen Tiere leben.
Sie fallen Fische an und heften sich mit ihrem Saugmaul fest. Mit ihren scharfen Zähnen durchschaben sie die Haut ihres Opfers und saugen Blut und zermahlendes Muskelfleisch aus der Wunde. Ein Drüsensekret aus ihrem Saugmaul verhindert das Gerinnen des Blutes.
Obwohl das schmackhafte, fette Fleisch der Neunaugen in einigen Ländern als Delikatesse betrachtet wird, haben diese fischähnlichen Tiere keine größere wirtschaftliche Bedeutung, denn ihre Bestände und Fangquoten sind in den letzten Jahren gesunken. Dies ist einer Folge der sich verschlechternden Fortpflanzungsbedingungen, da den Meerneunaugen die Wanderung zu vielen traditionellen Laichplätzen durch Wasserbauten unmöglich gemachte wurde.