Größe: 50 - 75 cm, max. 90 cm Gewicht: 2 - 4 kg, max. 8 kg D1 IV; D2 I 8 - 9; A III 9 - 10 Verbreitung: im Mittelmeer und im Atlantischen Ozean an Europas und Afrikas Küsten vom norwegischen Trondheim bis nach Dakar, vor Island, Madeira, den Azoren und Kanarischen Inseln. Ein Vorkommen im Schwarzen Meer oder in Binnengewässern ist nicht nachgewiesen.
Wie schon der Name verrät, ist das charakteristische Merkmal dieser Meeräsche ihre auffällig verdickte, hohe Oberlippe, deren Höhe mehr als die Hälfte des Augendurchmessers beträgt. Hautwarzen bedecken die Unterseite der Lippe. Ein Fettlid ist nur schwach an den Augenrändern ausgebildet, die Maulöffnung ist klein und reicht bei weitem nicht bis zum Auge. Beim Anblick von oben ist der Kopf stärker zugespitzt als bei der Gewöhnlichen Meerärsche. Der Unterkiefer ist schuppenlos. Am Rücken ist der Fisch dunkelgrün bis blau gefärbt, die Seiten sind hellblau bis silbrig und mit 7 – 8 dunkelgrauen Längsstreifen versehen.
Im Frühjahr ziehen die Tiere auf der Suche nach Nahrung nordwärts, im Herbst kehren sie dann wieder in den Süden zurück. Sie leben wie die anderen Meeräschen von Detritius, einem Zerfallsprodukt aus Pflanzenresten, Tierresten und Mikrobenthos sowie dem Bewuchs kleiner Pflanzen und Tieren am Boden. Sie kratzen die Nahrung vom Boden ab und saugen sie zusammen mit Wasser auf und filtern sie schließlich durch das dichte Sieb der Kiemenreusendornen. Das überflüssige Wasser wird von den Schlundzähnen aus der Nahrung herausgepresst und diese selbst im muskulösen, starkwandigen Magen und im sehr langen Darm weiterverarbeitet.
Bei erwachsenen Fischen ist die Nahrungsaufnahme Tag und Nacht gleich intensiv. Sie richten dabei den Kopf in einem Winkel von etwa 45° schräg zum Grund. Die Fischbrut ernährt sich von Zooplankton und zwar nur tagsüber, da sie sich dabei mit dem Gesichtssinn orientiert.
Im Mittelmeer und in den nordeuropäischen Gewässern ist die Dicklippige Meeräsche ein wichtiger Industriefisch.