Größe: 30 – 40 cm, max. 50 cm, Weibchen werden noch größer, Larven bis 13 cm lang Gewicht: bis 0,7 kg Fruchtbarkeit: 4000 – 40000 Eier Verbreitung: Flüsse Nord-, West- und teilweise auch Südeuropas, angrenzende Meere und nordamerikanische Küste.
Flussneunaugen sind mit den kleineren Bachneunaugen eng verwandt. Während das Bachneunauge schwache stumpfe Zähne im Saugmaul hat, sind die des Flussneunauges scharf. Außerdem besitzt letzteres auf der oberen Mundplatte zwei scharfe Zähne, während das Bachneunauge eine glatte Platte aufweist. Die beiden Rückenflossen werden beim Flussneunauge durch eine Lücke getrennt. Der Rücken ist grünbraun, die Seiten goldähnlich, die Bauchseite hell gefärbt.
In unserem Jahrhundert ist die Zahl der Flussneunaugen zurückgegangen, was auf den Bau von Talsperren und Stauwehren sowie auf die Wasserverschmutzung zurückzuführen ist.
Auf ähnliche Weise wie bei den Bauchneunaugen verläuft die Eiablage in vorher angelegten Laichgruben in den Flüssen. Aus den rund 1mm großen Eiern schlüpfen die Larven, während die Elterntiere nach dem Laichen verenden. Während des vier und mehr Jahre dauernden Larvenstadiums leben die Flussneunaugen im Boden eingegraben.
Bei einer erreichten Länge von 8,5 – 15 cm wandern die nunmehr erwachsenen Tiere ins Meer, wo sie an den Küsten verbleiben und sich intensiv mästen. Ihre Nahrung sind Wirbellose, Fischkadaver, aber auch gesunde Fische, an denen sie sich festsaugen. Mit ihren scharfen Zähnchen durchdringen sie die Fischhaut und saugen Blut, Gewebeflüssigkeit und Muskelfleisch. Nach der geschlechtlichen Reife kehren die Flussneunaugen aus dem Meer in die Flüsse zurück, um hier zu laichen. Es sind Herbst- und Frühjahrswanderungen bekannt, die eigentliche Laichzeit ist der Frühling und der Sommeranfang.
Das Fleisch der Flussneunaugen ist fett und wohlschmeckend, Schleim und Blutserum sind aber giftig und deshalb muss das Fleisch vor der Zubereitung gründlich gewaschen und das Blut möglichst entfernt werden. Wirtschaftlich heute nur noch von geringer Bedeutung.